Wasserstoff - Brennstoffzelle

Projekt emissionsfreie Straßenmeisterei Landkreis Esslingen

Das Projekt „Emissionsfreie Straßenmeisterei (LKES²)“ ist ein Projekt des Landkreises Esslingen in Kooperation mit der Hochschule Esslingen / Institut für nachhaltige Energietechnik und Mobilität (INEM) und Partnern aus der regionalen Wirtschaft. Es ist Teil des Wettbewerbsbeitrags „H2Rivers – Wasserstoffanwendung an Rhein und Neckar“ und wurde im Rahmen des HyLand-Förderprogramms als Gewinnerregion in der Kategorie „HyPerformer“ ausgewählt.

Das Projekt LKES² wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit insgesamt 388.500 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

Das Land Baden-Württemberg fördert die Fahrzeugbeschaffungen mit insgesamt 200.000 Euro im Rahmen der Landesinitiative III Marktwachstum Elektromobilität.

Das ist konkret geplant

Der Landkreis Esslingen erwirbt und betreibt zwei Brennstoffzellen-Straßenbetriebsdienstfahrzeuge (4,6 t) von der Fa. Elektrofahrzeuge Stuttgart (EFA-S).
Diese stellt die Fahrzeuge auf Basis der GAZelle her und integriert Baugruppen bzw. Komponenten (z.B. Brennstoffzelle, Wasserstoff-Tanksystem, Batterien, Kühlung, E-Motor) von Zulieferern. Der Landkreis nutzt zusätzlich die technische Expertise des Ingenieurbüros HyEnTec.  Die Hochschule Esslingen koordiniert die Antragstellung und steuert die technische Expertise.

Die Vorteile dieses Fahrzeugkonzepts liegen in guten Marktperspektiven durch die Skalierungsmöglichkeiten. Der Fokus liegt auf der Zusammenarbeit mit Partnern aus der regionalen Wirtschaft. Diese Fahrzeuge können an konventionellen Wasserstofftankstellen (z.B. in Wendlingen und am Flughafen Stuttgart; weitere Tankstellen sind in Planung) betankt werden.

Rollout für das erste Brennstoffzellenfahrzeug ist voraussichtlich das erste Halbjahr 2022.

Warum tun wir das?

EU-Richtlinien verlangen Einsatz emissionsfreier Nutzfahrzeuge
Lieferwagen und LKW über 3,5 t (Klassen N2, N3) müssen CO²-Flottenemissionen bis 2025 um 15 % und bis 2030 um 30 % gegenüber 2019/2020 reduzieren. Gemäß der Clean Vehicles Directive müssen 10 % der ab 2021 von Kommunen und öffentlich beauftragten Firmen angeschafften Fahrzeuge der o.g. Klassen emissionsarm /-frei sein. 2026 steigt der Anteil auf 15 % (Ausnahmen sind möglich). Als Konsequenz müssen Kommunen und von ihnen beauftragte Unternehmen zeitnah emissionsarme /-freie Nutzfahrzeuge beschaffen.

Vorteile

Marktchancen für leichte Nutzfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb
Batteriebetriebene leichte Nutzfahrzeuge erzielen im besten Falle Reichweiten von 200 km, im Regelfall deutlich weniger. Demgegenüber zeichnet sich ein Markt für emissionsfreie leichte Nutzfahrzeuge mit Reichweiten von 300 bis 500 km und hohen Flexibilitätsanforderungen ab. Hier entsteht ein vielsprechendes Marktsegment für Nutzfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Ein wesentlicher Vorteil liegt darin, dass das 700-bar Tankstellennetz entlang der Fernverkehrsstraßen genutzt werden kann.

Technische Daten

  • Höchstgeschwindigkeit: 85 km/h
  • Reichweite: 500 km nach WLTP Klasse 2
  • Tankinhalt: 6,2 kg (Typ IV, 700bar, Fa. HyEnTec)
  • Brennstoffzelle: 50kW (Elring-Klinger, NM5)
  • Batterie: Lithium Eisenphosphat (LFP) Nickel und Kobalt frei.
  • Batteriekapazität: 40 kWh, 400V / DC
  • Elektromotor: Synchron Elektromotor, wassergekühlt.
  • Motorleistung: 110 kW Spitzenleistung
  • Drehmoment: 730 Nm max.
  • Kühlung: Wasserkühlung mit zwangsbelüftetem Radiator (Fa. Hydac)
Foto das den Antriebsstrang eines Fahrzeugs mit Brennstoffzelle zeigt
Logos der Fördergeber
Logo H2 Rivers

Amtsleiter

Christian Greber

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