Gesundheitsamt empfiehlt dringend HPV-Impfung anlässlich des Welttags der sexuellen Gesundheit am 4. September
Anlässlich des Welttages der sexuellen Gesundheit am 4. September macht das Gesundheitsamt des Landkreises Esslingen auf die Bedeutung der Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) aufmerksam. HPV-Infektionen gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen.
Einige der über 200 Virustypen führen zu gutartigen Feigwarzen an den Genitalien, andere Typen sind maßgeblich an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und weiteren Krebsarten im Genital- und Analbereich sowie im Mund- und Rachenbereich beteiligt. „Die HPV-Impfung, die für Mädchen und Jungen im Alter von 9 und 14 Jahren empfohlen wird, ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um diesen Krebsarten vorzubeugen,“ sagt Dr. Dominique Scheuermann, Leiterin des Gesundheitsamts. „Jede HPV-Impfung ist ein wichtiger Beitrag zur Krebsprävention. Nach Einführung der HPV-Impfung sind die Fallzahlen für den Gebärmutterhalskrebs bereits deutlich gesunken. Mit einer höheren Impfquote könnten künftig viele Erkrankungen verhindert werden.“
Trotz der klaren Studienlage zur Wirksamkeit der HPV-Impfung ist die Impfquote in Deutschland niedrig. Viele junge Menschen und ihre Eltern und Erziehungsberechtigten nutzen dieses Angebot bislang nicht. Im Jahr 2024 berichtet das Robert-Koch-Institut, dass nur 55 Prozent der Mädchen und 36 Prozent der Jungen im Alter von fünfzehn Jahren vollständig geimpft sind. „Deshalb möchten wir Eltern und Jugendliche ermutigen, den Impfstatus zu überprüfen und fehlende Impfungen nachzuholen“, so Dr. Scheuermann.
Es ist davon auszugehen, dass sich vier von fünf sexuell aktiven Personen im Laufe ihres Lebens mit Humanen Papillomviren (HPV) infizieren. Die Übertragung von HPV findet von Mensch zu Mensch über winzige Haut- und Schleimhautrisse statt, über die die Viren in den Körper gelangen. Auch wenn die Infektion meist unbemerkt bleibt und oft von selbst ausheilt, können bestimmte Typen langfristig verschiedene Krebsformen auslösen. Das Robert-Koch-Institut schätzt die Anzahl der Krebs-Erkrankungen infolge einer HPV-Infektion auf 10.000 Menschen pro Jahr, davon etwa 7.000 Frauen und etwa 3.000 Männer. Daher wird die Impfung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) sowohl für Mädchen als auch für Jungen empfohlen, idealerweise im Alter zwischen 9 und 14 Jahren. Am wirksamsten ist die Impfung vor dem ersten Sexualkontakt.
Einer der beiden verfügbaren Impfstoffe schützt außerdem auch vor Genitalwarzen. Für einen vollständigen Impfschutz sind zwei Impfungen im Abstand von fünf bis 13 Monaten erforderlich, ab einem Alter von 15 Jahren sind drei Impfungen nötig. Versäumte Impfungen sollten möglichst bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Die Impfung wird bis einschließlich 17 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Impfungen können in der Haus- oder Kinderarztpraxis sowie in weiteren Facharztpraxen durchgeführt werden.
Weiterführende Informationen gibt es auf der Seite https://www.entschiedengegenkrebs.de/. Auf dieser Webseite kann man außerdem die Kostenübernahme der eigenen Krankenkasse für die Impfung über 18 Jahren prüfen: www.entschiedengegenkrebs.de/vorbeugen/kostenerstattung/.
