Landkreis Esslingen sucht den Dialog mit Unternehmen bei gewerblichen Bauverfahren
Mit der Initiative „Wirtschaftsfreundlicher Landkreis“ will der Landkreis Esslingen Investitionsbedingungen für Unternehmen verbessern. Im Fokus steht die Optimierung von Genehmigungsprozessen im Bereich des gewerblichen Bauens. Bei zwei Veranstaltungen haben sich Unternehmen aus der Bau- und Immobilienwirtschaft mit der Kreisverwaltung ausgetauscht.
„Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen benötigen Unternehmen im Landkreis bei ihren Investitionsvorhaben breite Unterstützung. Hier setzen wir auf den kontinuierlichen Dialog. Uns ist es wichtig, offen zuzuhören, konkrete Anregungen aufzugreifen und mit der Optimierung von Genehmigungsprozessen gemeinsam Lösungen für Verbesserungen im Bereich des gewerblichen Bauens zu entwickeln“, sagte Landrat Marcel Musolf beim Auftakt der Veranstaltungen im Rahmen der Initiative „Wirtschaftsfreundlicher Landkreis“.
Ein Expertenkreis kommt künftig zweimal im Jahr zusammen, um Empfehlungen für die weitere Umsetzung der Initiative „Wirtschaftsfreundlicher Landkreis“ abzugeben.
In dem sogenannten Reflektionsgremium sitzen Beteiligte aus zwei kommunalen sowie neun Wirtschaftsverbands- und Unternehmensvertretern. Die Teilnehmenden bilden die Bau- und Immobilienwirtschaft im Landkreis repräsentativ ab.
Zentrale Anliegen der Teilnehmenden des ersten Reflektionsgremiums waren Themen wie Verfahrenstransparenz und Digitalisierung, das Zusammenspiel des Landkreises mit Land und Kommunen sowie die Benennung klarer Anforderungen an einzureichende Unterlagen. Die Teilnehmenden regten zum Beispiel an, eine digitale und medienbruchfreie Gestaltung aller Verfahren anzustreben sowie die Verwaltungslotsen-Funktion gerade für ortsfremde Investoren möglichst niederschwellig zu gestalten. Zudem könnten standardisierte Kataloge mit den erforderlichen Unterlagen für jede Verfahrensart zur Verfügung gestellt werden.
Das Gremium war sich darüber einig, dass Abstimmungen zwischen Bauherrn und Bauverwaltung bereits im Vorfeld der Einreichung von Anträgen einen zentralen Hebel darstellen, um mögliche Hürden frühzeitig zu erkennen und auszuräumen. Diesen Ansatz will die Kreisverwaltung durch die Stärkung des Formats der Bauvorantragskonferenzen weiter forcieren. Die Empfehlungen aus dem ersten Reflektionsgremium werden nun gebündelt und als Grundlage für Nachschärfungen bestehender Maßnahmen sowie Impulse für die Entwicklung neuer Prozesse herangezogen. Für Dezember ist bereits ein weiterer Termin des Gremiums festgelegt worden.
In einer größeren Runde fand zudem der erste Bauherrendialog im Landratsamt Esslingen statt, an dem knapp 50 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, Architektur- und Planungsbüros sowie weiterer Akteure im Bereich des gewerblichen Bauens teilnahmen. Im Mittelpunkt standen typische Herausforderungen in gewerblichen Bauantragsverfahren. Neben Fachvorträgen konnten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen einbringen und sich direkt mit den Mitarbeitenden der Bauverwaltung austauschen. Mit dem Bauherrendialog hat die Kreisverwaltung ein weiteres neues Austauschformat etabliert, das künftig regelmäßig stattfinden und den direkten Dialog zwischen der Bauverwaltung und den Akteuren des gewerblichen Bauens stärken soll.
Weitere Information:
www.landkreis-esslingen.de, Stichwort „Wirtschaftsfreundlicher Landkreis“
