Eichenprozessionsspinner ist wieder aktiv
Aktuell gehen beim Forstamt und bei den Waldbesitzern regelmäßig Meldungen über Fundorte von Eichenprozessionsspinnern ein. Der wärmeliebende Schmetterling ist ein Gewinner des Klimawandels und kommt inzwischen nahezu überall in Eichenbeständen vor.
Der Eichenprozessionsspinner gehört zum Lebensumfeld von Eichen. Für den Baum stellt der Blattfraß durch die Raupen keine größere Bedrohung dar. Eine flächige Bekämpfung im Wald ist daher weder sinnvoll noch möglich.
Probleme können sich ergeben, wenn Menschen mit den Brennhaaren der Raupen in Berührung kommen. Diese Brennhaare können eine haut- und schleimhautreizende Wirkung haben und allergische Reaktionen auslösen, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt sind. Orte mit sensibler Infrastruktur (zum Beispiel Waldkindergartenplätze) werden kontrolliert. Sofern es technisch möglich ist, werden die Nester durch den Waldbesitzer entfernt. Sollte dies nicht möglich sein, werden diese Plätze für die Öffentlichkeit gesperrt, bis zumindest die Raupen verpuppt sind.
Der nachtaktive Falter legt seine Eier im oberen Kronenbereich der Eichen ab. Ende April schlüpfen die Raupen. Sie durchlaufen sechs Larvenstadien. Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen Brennhaare aus. Ab Juni verpuppen sich die Raupen. Die in Prozessionen wandernden Raupen verschwinden also demnächst. Die alten Nester sind aber noch an den Bäumen zu finden. Auch von diesen Nestern sollte man Abstand halten, denn es befinden sich noch abgebrochene Brennhaare darin.
Vorsichtsmaßnahmen
-Befallene Areale meiden, Absperrungen beachten
-Raupen und Gespinste nicht berühren
-Bekämpfung nur von Fachleuten durchführen lassen
-Bei Kontakt: Kleidung wechseln und waschen, duschen, Haare waschen
-Lange Hosen und langärmelige Hemden tragen
-Bei ausgeprägten Symptomen Arzt aufsuchen
