Auch Fische leiden unter der Hitze - Landkreis rät aus mehreren Gründen vom Baden in Gewässern ab

Auch nach der großen Hitzewelle bleiben die Temperaturen sommerlich hoch, Re-gen lässt - bis auf kurze und örtlich begrenzte Schauer - auf sich warten. In den Gewässern im Landkreis Esslingen herrscht Niedrigwasser und damit akuter Stress für Tiere und Pflanzen.

Die Gewässerökologie, also Fische, kleinere Lebewesen und Pflanzen leiden unter niedrigen Wasserständen, niedrigen Sauerstoffgehalten und hohen Wassertemperaturen. Damit ist die Gefahr von Fischsterben hoch, wie dies beispielsweise im Bissinger See vor einigen Tagen beobachtet werden konnte.

Gleichzeitig suchen Mensch und Tier Abkühlung und Schutz vor der Hitze. Sehr beliebt sind neben den Freibädern nicht nur die als Badegewässer ausgewiesenen Seen, sondern auch Bäche und Flüsse.

Zum Schutz der Fische und Kleinlebewesen empfiehlt das Landratsamt Esslingen, derzeit vom Baden vor allem in kleineren Seen sowie in Bächen und Flüssen abzu-sehen, weil der Badebetrieb neben der Witterung einen zusätzlichen Stressfaktor für die Lebewesen im Wasser darstellt. Außerdem führt die Aufwirbelung von Sediment dazu, dass vermehrt Sauerstoff abgebaut wird und die Gewässerqualität sich dadurch weiter verschlechtert.

Neben dem Stress für die Ökologie in den Gewässern hat die Niedrigwasserphase einen weiteren Nachteil: Mit sinkenden Wasserständen steigt der Abwasseranteil. Damit verschlechtert sich die Wasserqualität in den Fließgewässern. Deshalb rät das Landratsamt auch aus hygienischen Gründen vom Baden in Bächen und Flüssen ab. „Man tut vor allem sich selbst keinen Gefallen, wenn man in der Nähe von Kläranlagen baden geht“, sagt die Erste Landesbeamtin Dr. Marion Leuze-Mohr. Kläranlagenablauf ist zwar „geklärt“, aber keineswegs keimfrei. Es bestehe daher ein erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Infekte.

Im Landkreis Esslingen gibt es keine ausgewiesenen und vom Gesundheitsamt kontrollierten Badestellen an Bächen und Flüssen. An den drei kontrollierten Badeseen im Landkreis ist die Badewasserqualität hingegen momentan noch in Ordnung.

Schließlich weist das Landratsamt darauf hin, dass das Baden in der Nähe von technischen Anlagen, wie z.B. Wasserkraftanlagen oder Schleusen, unabhängig von der Wetterlage das ganze Jahr über verboten ist, weil hier eine konkrete Gefahr für Leib und Leben besteht, die durch die Maschinen und Bauwerke, aber auch durch Strudel- und Sogbildung entsteht.

Weitere Informationen
Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz, Telefon 0711 3902-42081, E-Mail: Wasserwirtschaft@LRA-ES.de; www.landkreis-esslingen.de www.hvz.baden-wuerttemberg.de, https://niz.baden-wuerttemberg.de

Pressesprecherin

Andrea Wangner (Fotonachweis: Moritz Karg)

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