Kein Kavaliersdelikt: Illegale Grünmüllentsorgung am Waldrand
Foto: Rimmele-Mohl
Haufen von Grünschnitt aus Gartengrundstücken, Stücke von Obstbaumstämmen, Wurzelstumpen – derzeit häufen sich die Ablagerungen von illegal am Waldrand entsorgtem Grünmüll, Der Waldrand gleicht dann eher einem Komposthaufen als einem wertvollen Lebensraum.
Das Forstamt weist darauf hin, dass Waldränder kostbare Lebensräume sind und Grünschnitt keinesfalls Biomüll darstellt, der sorglos am Wald abgelegt werden könne. Sofern sich der Urheber der abgelegten Abfälle ermitteln lässt, muss er mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen.
Waldränder sind wertvolle Lebensräume
Dabei prägen Waldränder wie kaum ein anderes Element von weither sichtbar unsere Landschaft. Als Lebensraum und vielfältige ökologische Nische eignet sich der Waldrand deshalb, weil im Wechselspiel von Licht und Schatten unterschiedlichste Lebensbedingungen herrschten. Deshalb sind Waldränder sehr viel mehr als lediglich Grenzlinien zwischen verschiedenen Landnutzungsformen.
Die vielfältige Vegetation am Waldrand bietet ein besonders großes Angebot an Nahrungs-, Brut- und Schutzmöglichkeiten für Insekten, Vögel und Kleinsäuger. Hier tummeln sich besonders gerne Ameisen, Eidechsen, Wildbienen, Fledermäuse und Vögel. Igel durchwandern ganze Waldränder auf der Suche nach Essbarem. Erdschlitze, Steinhaufen, Totäste und Grashorste bieten auf vielfältige Art Deckung und Schutz. Mit Sträuchern wie Haselnuss, Holunder, Schwarzdorn und Hagebutte bietet der Waldrand im Sommer besonders viel Nahrung und dient für die Tiere auch als Trittstein und Startrampe zur umliegenden Landschaft. Umso trauriger ist es, wenn die Waldränder zu Komposthäufen gemacht werden.
Grünschnitt schadet dem Wald
Wo eine gewisse Zeit Grünschnitt liegt, wachsen infolge der massiven Nährstoffzufuhr meist nur noch Brennnesseln. Aus den Abfällen heraus vermehren sich leider häufig auch nicht heimische Pflanzen. Einige davon sind sogar „invasiv“, also eindringend, und verdrängen heimische Pflanzen
Grünmüll lockt Schädlinge an
Durch Grünmüll gehen typische Pflanzen und Tiere des Waldrandes verloren und es riecht häufig modrig. Dies kann Ratten anlocken, vor allem wenn Küchenabfälle weggeschmissen werden. Wer glaubt, die Abfälle würden verrotten, liegt häufig falsch, denn die ausgebrachten Mengen übersteigen das, was die Natur verkraften kann.
So ist die Rechtslage
Das Ablagern von Grünschnitt und Müll im Wald ist eine Ordnungswidrigkeit nach § 69 Kreislaufwirtschaftsgesetz. Es droht ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro. Auch bedeutet es ein Verstoß gegen § 39 Bundesnaturschutzgesetz, denn Lebensräume von Tieren und Pflanzen werden zerstört.



