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Christian Greber

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Pruszków

Seit 1966 bestanden Kontakte des Kreisjugendrings Esslingen nach Warschau. Nach Fall des "Eisernen Vorhangs" wurden Kontakte zunächst zur Stadt aufgebaut. 1999 wurde die offizielle Partnerschaft des Kreises mit der Stadt Pruszków begründet, die um eine Partnerschaft mit dem später gegründeten gleichnamigen Kreis ergänzt wurde.

Pruszków liegt in der Wojewodschaft Masowien, 14 km südwestlich von Warschau.
Die ersten Erwähnungen der Siedlung Pruszków stammt aus dem Jahr 1456, als Świętosław aus der Familie der Pierzchałów den Ort vom Masowschen Herzog Janusz I. erhielt. 1795 während der Dritten Teilung Polens wurde Pruszków Teil Preußens. 1807 wurde es Teil des neu geschaffenen Großherzogtums Warschau und 1815 Teil Kongresspolens. 1845 wird die Stadt an das Schienennetz angeschlossen und erhält damit Verbindung nach Warschau und Wien. Dies bedeutete für die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung. Vor allem die Schwerindustrie wurde zu einem wichtigen Wachstumsfaktor.

Am 9. November 1916 erhielt der Ort dann das Stadtrecht. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt Teil Polens. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde sie von der Wehrmacht besetzt und es wurde ein Ghetto errichtet. Während es Warschauer Aufstandes im August 1944 wurde die Stadt das Durchgangslager 121, das Flüchtlinge aus Warschau aufnahm. Vom 6. August 1944 bis zum 10. November 1944 wurden hier 650.000 Menschen, davon 550.000 aus Warschau festgehalten. Viele von ihnen wurden in Konzentrationslager verschleppt. Am 17. Januar 1945 endete die Besetzung durch das Dritte Reich.

Im Rahmen des Austauschs wurde von deutschen und polnischen Schülern der ehemalige jüdische Friedhof in Pruszków renoviert.

Regelmäßige Austauschmaßnahmen finden vor allem über den Kreisjugenring Esslingen statt.

Homepage Pruszkow

Einen neuen Impuls hat die Begegnungsarbeit mit dem Landkreis Pruszków/Polen beim Treffen der Partnerkreise anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Landkreises Esslingen erfahren.

Inzwischen wurden Schulaustauschmaßnahmen zwischen der Bodelschwinghschule in Nürtingen und dem Pfarrer-Jan-Twardowski-Sonderschulzentrum in Pruszków sowie zwischen der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule Nürtingen und der Beruflichen Schule in Pruszków vereinbart.

Die Austauschmaßnahmen der Sonderschulen haben zum Ziel, geistig behinderten Kindern eine Begegnung zu ermöglichen. Parallel dazu wird es einen fachlichen Austausch zwischen den Pädagogen der Sonderschulen zu fachspezifischen Themen geben. Zur Vorbereitung der weiteren Begegnungsmaßnahmen werden im Juli zwei Pädagogen der Sonderschule in Pruszków nach Nürtingen kommen.

Zwischen der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule Nürtingen und der Beruflichen Schule in Pruszków wurde ein jährlicher Schüleraustausch vereinbart. Dieser Schüleraustausch hat auch zum Ziel, die Schüler der Beruflichen Schule in Pruszków mit dem Landkreis Esslingen vertraut zu machen, da aufbauend auf dem Schüleraustausch in Abstimmung mit der Kreishandwerkerschaft und den entsprechenden Innungen Absolventen der Beruflichen Schule in Pruszków in den Berufsfeldern Bau, KFZ und Farbe ein zweimonatiges Praktikum im Landkreis Esslingen angeboten wird.

Die ersten Praktikanten sollen im Jahr 2015 in Baubetrieben im Landkreises Esslingen aufgenommen werden.

Weiter wird im Herbst der Landkreis Esslingen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit sich auf der Beschäftigungsmesse des Landkreises Pruszków präsentieren. Ziel ist es, vor allem Fachkräfte aus Pruszków für Engpassberufe im Landkreis Esslingen zu gewinnen.