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Kindern aus von Sucht betroffenen Familien eine Stimme geben

Im Landkreis Esslingen berät die Beratungsstelle Sucht und Prävention Erwachsene und Kinder anonym und kostenlos

In dieser Woche findet die 17. bundesweite Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien unter dem Motto #WIR WERDEN SICHTBAR statt.
In Deutschland leben ca. drei Millionen Kinder und Jugendliche in Familien, in denen mindestens ein Elternteil von einer Suchterkrankung betroffen ist. Das bedeutet, jedes fünfte bis sechste Kind wächst mit einer Abhängigkeitserkrankung im Elternhaus auf.

Sucht ist in vielen Familien oft nicht sichtbar: Sie wird in den Familien tabuisiert, weshalb Eltern und Kinder viel Energie darauf verwenden, nach außen eine scheinbar intakte Fassade aufrechtzuerhalten. Suchterkrankungen betreffen jedoch nie nur die einzelne Person, sondern das gesamte Familiensystem und wirken sich mehr oder weniger stark auf alle nahestehenden Personen aus. Kinder spüren trotz aller Geheimhaltung sehr genau, dass „etwas nicht stimmt“, da sie feinfühlig auf Stimmungen und Veränderungen im Verhalten der Eltern reagieren.

Der Alltag in suchtbelasteten Familien ist oft unberechenbar, geprägt von starken Stimmungsschwankungen, Streit und Enttäuschungen.  Häufig erleben diese Kinder, dass Eltern ihre Aufgaben und die Versorgung der Kinder nicht mehr verlässlich wahrnehmen können, da die Sucht viel Raum einnimmt und den Alltag in der Familie bestimmt. In der Folge übernehmen Kinder aus suchtbelasteten Familien früh Verantwortung. Sie kümmern sich um Geschwister, erledigen Hausarbeit, kochen oder entschuldigen die Eltern bei der Arbeit.

Studien zeigen, dass Kinder aus suchtbelasteten Familien ein etwa sechsfach erhöhtes Risiko haben, später selbst eine Suchterkrankung zu entwickeln. Darüber hinaus ist auch das Risiko für andere psychische Störungen wie Depressionen, Angst- und Persönlichkeitsstörungen deutlich erhöht. Eine besondere Schwierigkeit liegt darin, dass viele betroffene Kinder allein bleiben mit ihren Erfahrungen, sich stigmatisiert und ausgegrenzt fühlen oder die Eltern Unterstützung aus Scham- und Schuldgefühlen verweigern. Für eine gesunde Entwicklung der betroffenen Kinder ist eine Enttabuisierung nötig, aufmerksames Hinsehen und verlässliche Strukturen.

Die Beratungsstelle Sucht und Prävention des Landkreises Esslingen und des Kreisdiakonieverbandes Esslingen berät Eltern, Kinder oder Bezugspersonen, anonym und kostenlos, Kontakt:  0711/3902-48480 oder info@suchtundpraevention-es.de.