Sprachförderung

Gute Deutschkenntnisse sind ein wichtiger Schritt für eine gelingende Integration. Die Wege des Spracherwerbs sind sehr unterschiedlich

Nachfolgend finden Sie wesentliche Bausteine einer Sprachförderkette:

Professionelle Sprachförderung für neuzugewanderte Kinder und Jugendliche findet in erster Linie in Kindertageseinrichtungen und Schulen statt. Sprachförderung in Regelschulen geschieht in den sogenannten Vorbereitungsklassen (VKL). Jugendliche und junge Erwachsene in den beruflichen Schulen können mit dem Besuch sogenannter VABO-Klassen (Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf mit Schwerpunkt Erwerb von Deutschkenntnissen) Deutschsprachkenntnisse erwerben. Die Sprachförderung im Rahmen von Alphabetisierung findet hier ebenfalls statt.

Erwachsenen steht dagegen die Sprachförderung im Sektor der Weiterbildung zur Verfügung. Im Landkreis Esslingen gibt es unterschiedliche Sprachkursangebote mit verschiedenen Zugängen und Zielen. Neuzugewanderte können aus diesen Angeboten je nach Abschlussziel und persönlichen Voraussetzungen den richtigen Kurs auswählen. Die Grafik der Sprachförderkette bildet ab, welche Kursarten für welche Zielgruppen offenstehen. Die einzelnen Kursformate werden nachfolgend erläutert.

Sprachniveaus nach dem gemeinsamen europäischen Referenzrahmen (GER)

Foto das die Sprachförderkette A1, A2, B1 und B2 für eine Ausbildung und C1 und C2 für ein Studium darstellt

Sprachkurse:

Bildungsjahr erwachsene Flüchtlinge

Bildungsjahr für erwachsene Flüchtlinge (BEF-Alpha) Kurse

Das Bildungsjahr für erwachsene Flüchtlinge (BEF-Alpha) ist ein durch das Bundesamt für Bildung und Forschung gefördertes Projekt, das in Vereinbarung mit dem Land Baden-Württemberg durchgeführt wird. 
BEF-Alpha richtet sich an geflüchtete Menschen im Alter von 21 bis 35 Jahren mit keinen oder geringen Schrift- und Sprachkenntnissen. Insbesondere werden Frauen mit Kindern angesprochen. Das Herkunftsland spielt bei der Teilnahme keine Rolle. Der Kurs setzt sich aus den Modulen Alphabetisierung und Sprachförderung, Berufsorientierung, Alltagskompetenzen, politische Grundbildung, Gleichberechtigung und Praktika zusammen. Ziel des Angebots ist, die Lernenden auf weitere Sprachkursangebote vorzubereiten und erste Grundsteine auf dem Weg in den Arbeitsmarkt zu legen. Die Kurse schließen in der Regel mit A1/A2 ab. 

FlüAG-Kurse

FlüAG-Kurse

FlüAG-Kurse sind niederschwellige Sprachkurse auf Grundlage des Flüchtlingsaufnahmegesetzes (§13 Absatz 2 FlüAG), die in den Gemeinschaftsunterkünften (GU) durchgeführt werden. Asylbewerber/-innen sollen die Möglichkeit erhalten, Grundkenntnisse der deutschen Sprache zu erwerben, um die Verständigung in ihrem neuen Umfeld zu erleichtern und ihre Integrationsfähigkeit zu fördern. Je nach Wissensstand der Teilnehmer/-innen werden Alphabetisierungs- und Basiskurse angeboten.
Der Landkreis hat die AWO mit der Organisation dieser Sprachkurse beauftragt. Ausgerichtet werden die Sprachkurse von den ehrenamtlichen Arbeitskreisen in der Flüchtlingsarbeit. Alternativ können die AWO oder die örtliche VHS mit der Durchführung beauftragt werden.

Erstorientierungskurse

Erstorientierungskurse

Erstorientierungskurse unterstützen Asylbewerber/-innen sich in Deutschland zurecht zu finden und vermitteln erste Deutschkenntnisse. Die Kurse sind modular nach verschiedenen Themengebieten aufgebaut. Zum Beispiel Alltag in Deutschland, Arbeit, Einkaufen, Gesundheit, Kindergarten/Schule sowie Werte und Zusammenleben.
Das Angebot richtet sich vorrangig an Geflüchtete mit geringer Bleibeperspektive. Bei freien Plätzen können auch Personen, die noch keinen Zugang zu einem Integrationskurs haben, teilnehmen.
Da es sich in erster Linie um ein Angebot zur Orientierung und nicht zum Spracherwerb handelt, ist keine Abschlussprüfung vorgesehen. Die Teilnehmer/-innen erhalten eine Teilnahmebescheinigung zu den jeweiligen Modulen, die sie besucht haben.

integrationskurse BAMF

Integrationskurse des BAMF

Integrationskurse sind Alphabetisierungs-, Basis-, Aufbau- und Orientierungskurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die von allen BAMF-zugelassenen Sprachkursträgern angeboten werden.
Die Zielgruppe des Angebots sind Spätaussiedler/-innen, EU-Bürger/-innen, Deutsche mit Migrationshintergrund, Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte sowie die Asylbewerber/-innen mit einer guten Bleibeperspektive (zur Zeit folgende Herkunftsländer: Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Somalia) und Geduldete nach § 60 a Abs. 2 S. 3 AufenthG.
Eine Angebotsübersicht laufender und geplanter Kurse bietet das Auskunftssystem des BAMF, WebGIS .
Das Zielniveau der Integrationskurse ist das Sprachniveau B1
 
 

berufsbezogene Kurse

Berufsbezogene Kurse (DeuFöV)

Seit 2018 regelt die Deutschsprachverordnung, kurz DeuFöV die Durchführung der berufsbezogenen Sprachkurse. DeuFöV entspringt der Verordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und ist neben den Integrationskursen ein Teil des Konzeptes „Gesamtprogramm Sprache“ der Bundesregierung.
Zugang zu den Kursen haben Zugewanderte, einschließlich der Geflüchteten, die sich im Anerkennungsverfahren befinden und eine gute Bleibeperspektive haben (letzteres gilt zur Zeit für die fünf Herkunftsländer Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Somalia), Bürger/-innen der EU und Deutsche mit Migrationshintergrund.
Außerdem müssen interessierte Teilnehmer/-innen arbeitsuchend gemeldet sein und/oder Leistungen nach SGB II (Hartz IV) oder SGB III (Arbeitslosengeld) beziehen. Zugang haben ebenfalls Zuwanderer, die eine Ausbildungsstelle suchen oder sich bereits in der Ausbildung befinden oder gerade das Anerkennungsverfahren für den Berufs- bzw. Ausbildungsabschluss durchlaufen.
Im Anschluss an die allgemeinen Integrationskurse sollen arbeitsuchende Migranten/-innen und Flüchtlinge durch die berufsbezogenen DeuFöV-Kurse auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Die Deutschsprachförderung setzt sich aus verschiedenen Modulen zusammen, die sich baukastenähnlich individuell kombinieren lassen und den Deutschunterricht gegebenenfalls mit Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit verbinden können.
Wer die berufsbezogene Deutschsprachförderung erhält, entscheidet die Arbeitsagentur und das Jobcenter. Auch die Personen, die keine ausreichenden Sprachkenntnisse besitzen und in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, können an den Kursen kostenpflichtig (50% pro Unterrichtseinheit) teilnehmen.
 
Die Sprachkurse knüpfen in der Regel an das Abschlussniveau B1 der Integrationskurse an und führen schrittweise bis zu Niveau C2.

VwV-Deutsch für Flüchtlinge

Seit 2015 nimmt der Landkreis an den Ausschreibungen der Verwaltungsvorschrift (VwV) Deutsch für Flüchtlinge des baden-württembergischen Ministeriums für Soziales und Integration erfolgreich teil und beteiligt sich zu 40 Prozent an den Projektkosten.
Zielgruppe der berufsbezogenen Sprachkurse sind Asylbewerber/-innen mit unklarer Bleibeperspektive. Da im Landkreis ein vielfältiges Angebot im niederschwelligen Bereich besteht, wird im Rahmen dieses Programms auf die bestehenden Angebote aufgebaut. Es werden verstärkt Kurse für jene angeboten, die bereits Einsatz- und Lernbereitschaft durch die Teilnahme an den vorangegangenen niederschwelligen Sprachkursen, wie z. B. FlüAG-Kursen oder Einstieg Deutsch Kursen, gezeigt haben. Durch die Teilnahme an diesen Kursen liegt bereits eine Einschätzung der Kompetenzen und der Lernmotivation vor. Durch den Kurs soll gewährleistet werden, dass auch Menschen mit unklarer Bleibeperspektive in eine Sprachförderkette eingebettet sind. Damit wird ihnen die Teilhabe am alltäglichen Leben ermöglicht und der Weg in Praktika, Ausbildung oder Arbeit geebnet.
 
Die Teilnehmer/-innen können mit den Kursen das B1 Sprachniveau erlangen.

Formulare zur Anmeldung VwV-Deutsch Kurs

Eine Übersicht der Sprachkursträger im Landkreis Esslingen und ihre jeweiligen Angebote finden Sie h i e r (32,8 KB) .

Online-Lernangebote und Apps:

Neben den zahlreichen Sprachkursformaten gibt es auch vielfältige Apps und Online-Lernangebote. Diese reichen von Vokabeltrainern bis hin zu ganzen Online-Kursen für Selbstlerner.  
Eine Sammlung diverser Angebote mit kurzen Beschreibungen finden Sie h i e r (119,5 KB).

Vernetzung:

Gemeinsam mit dem Jobcenter lädt der Landkreis Esslingen, Sachgebiet Migration und Integration, viermal jährlich alle Träger der Sprachförderung, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Integrationsbeauftragten der Großen Kreisstädte und die Migrationsdienste zu einer gemeinsamen Sitzung ein. Das Ziel des Arbeitskreises ist die Optimierung des Sprachkursangebotes angepasst an den aktuellen Bedarfen sowie ein regelmäßiger Informationsaustausch.

Dezernatsleiterin Katharina Kiewel

Katharina Kiewel
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Vorzimmer:
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Telefon 0711 3902-42501
Nicole Riess
Telefon: 0711 3902-42502
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Ansprechpartner

Landkreiskoordinatorin Flüchtlingsarbeit
Frau Ekin-Atik
Telefon 0711 3902-42196
Telefax 0711 3902-52196
Email

Bildungskoordinatoren für Neuzugewanderte 
Frau Straub
Telefon 0711 3902-43118
Telefax 0711 3902-53033 
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Frau Jeck
Telefon 0711 3902-43087
Telefax 0711 3902-53087
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Frau Schulz
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Telefax: 0711 3902-53187
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Integrationsbeauftragte 
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Verwaltungsmanagement 
Frau Dr. Liebe-Tumbrink
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