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Gemeinsames Lernen und Demokratie erfahren als Bindeglied zwischen jungen Israelis und Deutschen

Empfang der israelischen Gäste im Landratsamt mit Landrat Heinz Eininger und Markus Grübel

Bei einem sechstägigen Austausch lernten erstmals neun „Young Diplomats“ aus dem israelischen Givatayim, der Partnerstadt des Landkreises Esslingen in Israel, und acht Auszubildende des Landratsamts Anfang Mai im Landkreis Esslingen und in Berlin die kommunalpolitischen und bundespolitischen Strukturen kennen. Darüber hinaus wandelten sie auf den Spuren jüdischer und deutscher Geschichte.

Zum Auftakt des gemeinsamen Austauschs stellten die Auszubildenden des Landratsamts im mittleren Dienst auf Englisch die politischen und verwaltungstechnischen Strukturen einer Kreisverwaltung dar. Danach machten sich die Teilnehmer auf, um das jüdische Leben Esslingens damals und heute zu erkunden. Höhepunkt war der Besuch in der Synagoge Im Heppächer die in diesem Jahr 200 Jahre alt wird. Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war der Besuch der Gedenkstätte KZ-Außenlager Echterdingen-Bernhausen in Filderstadt, wo Stadtarchivar Dr. Nikolaus Back über die Geschichte des Arbeitslagers informierte. Im Rahmen des Empfangs der Delegation bei Oberbürgermeister Christoph Traub wurde intensiv über die geostrategische Situation in Israel diskutiert.

Im Rahmen eines Empfangs bei Landrat Heinz Eininger am Abend des zweiten Tages unterstrich die Bedeutung dieser erstmals stattfindenden Austauschmaßnahme: „Gemeinsames Lernen erweitert den Horizont und verbindet auf Dauer.“
 
Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Markus Grübel fuhr die Gruppe zu einer viertägigen politischen Bildungsreise nach Berlin. Dort lernten sie an historischen Orten viel über die deutsche Nachkriegsgeschichte und die jüdische Geschichte im dritten Reich. Dabei waren auf der Fahrt nach Berlin der Point Alpha im thüringischen Geisa und in Berlin das Stasigefängnis Hohenschönhausen und das Denkmal für die ermordeten Juden Europas die ausgewählten Stationen.

Die aktuelle politische Struktur der Bundesrepublik erkundete die Gruppe im Rahmen eines Besuchs im Bundestag als auch im Bundeskanzleramt. Markus Grübel, MdB, informierte die Jugendlichen aus Israel und Deutschland über die aktuelle politische Situation und erläuterte Wissenswertes über seinen Arbeitsalltag als Parlamentarier. Am Holocaust-Gedenktag gedachten die Jugendlichen gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten am Denkmal für die ermordeten Juden Europas den Opfern und legten gemeinsam Blumen nieder. Für die Jugendlichen war dies der bewegendste Moment im Rahmen des Austauschprogramms, die israelischen Gäste hatten Texte und Lieder vorbereitet, die sie dort darboten. Auch erzählten manche von ihnen ihre Familiengeschichte, die schicksalhaft mit dem Holocaust verknüpft ist.

Anja Off, Ausbildungsleiterin des Landratsamts Esslingen, zur Austauschmaßnahme: „Ausbildung hört für uns nicht an den Türen des Landratsamts auf. Wir brauchen für eine leistungsfähige Verwaltung Nachwuchskräfte, die unterschiedliche Kulturen kennen, politisch gebildet sind und geschichtliche Zusammenhänge verstehen.“
 
Der Austausch soll im Spätherbst dieses Jahres eine Fortsetzung in Israel finden, wo in gleicher Weise in Givatayim und Jerusalem die Jugendlichen auf Spurensuche gehen werden, beispielsweise bei einem Besuch der Knesset, dem israelischen Parlament.