Abschied vom Wald im Ballungsraum

Förster Dieter Lang vom Revier Leinfelden-Echterdingen geht in den Ruhestand

Der scheidende Förster Dieter Lang übergibt an seinen Nachfolger Martin Auracher die Baumarten- und bodenkundliche Standortskarten des Forstrevieres Leinfelden-Echterdingen.
Der scheidende Förster Dieter Lang übergibt an seinen Nachfolger Martin Auracher die Baumarten- und bodenkundliche Standortskarten des Forstrevieres Leinfelden-Echterdingen.

Im Forstrevier Leinfelden-Echterdingen geht eine Ära zu Ende: Zum 1. Dezember geht Revierleiter Dieter Lang in den Ruhestand. Der Forstmann kann auf 39 Dienstjahre zurückblicken, doch im Forstrevier Leinfelden –Echterdingen hat er sogar fast 40 Jahre verbracht, denn schon während seiner Ausbildung war er im Echterdinger Wald aktiv. Die Nachfolge von Dieter Lang wird sein Kollege Martin Auracher antreten.

Als sich Dieter Lang 1981 um das stadtnahe Forstrevier auf den Fildern bewarb, konnte das mancher Kollege nicht nachvollziehen. „Willst du jetzt den Flughafen bewachen?“, wurde er gefragt. Doch Dieter Lang wusste, dass der Wald rund um Leinfelden-Echterdingen von Außenstehenden unterschätzt wurde, hatte er doch schon während seiner Ausbildung den Wald mit seinem ganzen Potential kennen gelernt. „Einen Satz von zwei Metern“ habe er vor Freude gemacht, als er die Stellenzusage erhielt.

„Seinem“ Wald ist er dann ein Leben lang treu geblieben. „Ja, es stimmt, das ist ein Revier im Ballungsraum“, bestätigt der Forstmann, „da muss man viel Zeit investieren, um sein forstliches Handeln zu erklären.“ An den Wochenenden strömen die Menschen in den Wald und die Forstpartie hat mit einer zunehmenden Vermüllung des Waldes zu kämpfen. Oft sieht es montagmorgens rund um die Grillhütten schlimm aus. Die Waldarbeiter sind dann stundenlang mit der Entsorgung von Abfall beschäftigt.

Aber es gibt auch die andere Seite: Die Waldfläche des Forstrevieres ist nicht zersplittert wie das sonst in Ballungsräumen oft der Fall ist, sondern schließt sich als zusammenhängender Block direkt an den Schönbuch an. Als wäre er in einer anderen Welt will es dem Förster erscheinen, wenn er abends von einer Anhöhe im Wald auf das städtische Lichtermeer herabblickt. Herausragend ist auch die Baumartenvielfalt im Revier und nicht zuletzt der beindruckende Anteil von Eichen.

Dass dies heute so ist, dafür hat Dieter Lang 40 Jahre lang gearbeitet. Die Eichen zu pflegen, das war ihm „eine richtige Freude“, wie der Forstmann erzählt.

Es gab aber auch schwere Zeiten durchzustehen. Den absoluten Tiefpunkt seines Arbeitslebens erlebte Lang, als 1999 Sturm Lothar über die Fildern hinweg raste und innerhalb weniger Stunden die Holzerntemenge von zehn Jahren dahinraffte. „Da sind mir die Tränen gekommen“, gesteht der Forstmann, als er am folgenden Morgen Bestandsaufnahme machen musste.

„Dieter Lang hat aus der Krise eine Chance gemacht und die Situation genutzt, um den naturnahen Waldbau konsequent voranzutreiben“, lobt Kreisforstamtsleiter Anton Watzek den scheidenden Forstmann, „es war ihm anzumerken war, dass er mit Leib und Seele Förster war.“

Den Forstberuf hat Dieter Lang schon zu Hause kennengelernt, war doch der Vater Förster in Magstadt. Ihn begleitete er schon als Kind gerne in den Wald und als die Berufswahl anstand, war bald klar, dass der Forst auch für den Sohn die berufliche Zukunft sein könnte. „Ich würde es wieder machen“, lautet Langs Resümee.
Dass er den Wald bei Nachfolger Martin Auracher in den besten Händen weiß, ist ein gutes Gefühl für Dieter Lang. Martin Auracher freut sich auf die neue Aufgabe, denn dass er hier einen wunderschönen Wald übernimmt, der ein spannendes und herausforderndes Arbeitsfeld bietet, steht für den 53jährigen außer Frage.

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Peter Keck

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