Amtsleiter

Peter Keck

Peter Keck

Telefon 0711 3902-4 2030
Telefax 0711 3902-5 2030
E-Mail

Sekretariat
Telefon 0711 3902-42032, -42038
Telefax 0711 3902-1035
E-Mail


www.landkreis-esslingen.de/site/LRA-Esslingen-ROOT/get/params_E1845373111/15103184/Hoerbehindertenberatung_ES.pdf      Kontakt  

Blatt für Blatt

Im Forstrevier "Sauhag" wird der Wintervorrat für die Blattfresser im Zoo gewonnen

Ein großer Haufen von Ahornblättern ist die Ausbeute des heutigen Arbeitstages. Am Ende der Erntekampagne werden die Tierpfleger der Wilhelma rund 3700 Kilogramm an Blättern geerntet haben. Revierleiter Hartmut Scheuter (dritter von links) hat die Waldflächen vorbereitet.

Eine ungewöhnliche Ernte läuft derzeit im Forstrevier Sauhag im Landkreis Esslingen: Ein Team von Tierpflegern der Wilhelma schwärmt in den Wald aus, um während zwei bis drei Wochen Blätter zu sammeln. Die Blätter werden als Winterfutter für die Zootiere gebraucht. Revierleiter Hartmut Scheuter sorgt seit 26 Jahren dafür, dass die passenden Baumarten in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden können.

Rund 3700 Kilogramm Blätter benötigt der Zoologisch-Botanische Garten pro Jahr für die Tiere im Winter. Die Blätter werden in circa 1800 Einzelbeutel luftdicht abgepackt, bei minus 20 Grad Celsius schockgefrostet und als Vorrat in der Futterküche der Wilhelma eingelagert.

Wegen seiner besonderen Baumartenvielfalt ist der Staatswalddistrikt „Sauhag“ bei Neuhausen auf den Fildern für die Blatternte geradezu ideal. Gefragt sind vor allem die Blätter von Eiche, Bergahorn und Linde. Die Blätter dieser Baumarten lassen sich gut einfrieren und vor allem wieder auftauen, denn Grünzeug, das nach dem Auftauen zu matschig ist, fressen die Tiere im Zweifel nicht. Sowohl Brüllaffen und Menschenaffen, als auch Giraffen wollen zum Beispiel im Winter mit den Blättern versorgt werden. Aber auch die kleinsten Wilhelma-Tiere, die Blattschneiderameisen, wollen im Winter mit Eiche versorgt werden. Haubenlanguren und Okapis sind sogar ganzjährig auf Blätternahrung angewiesen.
 
In diesem Jahr wird sich die Ernte etwas länger hinziehen, denn durch die Regentage muss das Team die Arbeit immer wieder unterbrechen. „Der Feuchtigkeitsgehalt der Ernte darf nicht zu hoch sein, sonst besteht die Gefahr, dass sich beim Schockfrosten Eisklumpen bilden“, erläutert Einsatzleiter der Wilhelma, Stephan Paspalaris. Dann gehen die Nährstoffe verloren und die Blätter sind nach dem Auftauen nicht mehr als Tiernahrung geeignet. Auch dürfen die Blätter noch nicht zu alt sein, sonst bilden sich Bitterstoffe, die das Futter ebenfalls entwerten.

Forstrevierleiter Hartmut Scheuter bespricht mit Tierpfleger Stephan Paspalaris, in welchen Baumbeständen das Wilhelma-Team tätig werden kann. An Ahorn- und Eichenflächen besteht niemals ein Mangel. „Am ehesten klemmt es mal bei der Linde“, berichtet der Forstmann. Das Laub wird von der Forstverwaltung kostenlos an die Wilhelma abgegeben. Im Gegenzug erledigen die Tierpfleger einen kleinen Teil der Jungbestandspflege im Revier.
 
Zwei Motorsägenführer bringen die armdicken Bäumchen zu Boden. Auf einer großen Plane werden die einzelnen Blätter mit der Rebschere abgezwickt – eine echte Fleißarbeit. Doch die Tierpfleger mögen die Arbeit im Wald und so kann Einsatzleiter Stephan Paspalaris täglich auf ein sechsköpfiges Team von motivierten Mitarbeitern zurückgreifen.

Im Hochsommer geht die Arbeit dann nach einer kurzen Pause gleich weiter: Dann rücken die Mitarbeiter des Elefantenhauses an, um für die Dickhäuter frisches Buchenlaub zu gewinnen. Dieses wird dann allerdings nicht eingefroren, sondern umgehend von den Elefanten verspeist.