Trockene Böden - Der Bodenlehrpfad lässt tief blicken

Öffentliche Führungen müssen noch ausfallen

Mehr als sonst sind Viele gerade in der Natur unterwegs, haben Zeit und Muße, einmal genauer hinzuschauen: Beim Wandern im Wald, beim Spazierengehen in Parks und Radeln entlang von Wiesen und Ackerflächen können einem die trockenen, teilweise mit tiefen Rissen durchfurchten Böden nicht entgehen. Sind die Böden in tieferen Schichten feucht? Welche Böden können wieviel Wasser speichern? Wie sind die Böden auf der Schwäbischen Alb beschaffen? Der Bodenlehrpfad des Landkreises Esslingen bietet einen aufschlussreichen Einblick in das Reich der Bodenkunde für alle. Leider müssen - coronabedingt - die öffentlichen Führungen am 24. Mai und am 14. Juni ausfallen.

Einer der Bodenexperten, Jens Altmann vom Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz im Esslinger Landratsamt, die sonst unterhaltsam und anschaulich bei den Führungen allerhand Wissenswertes über Böden als der unterschätzten Lebensgrundlage vermitteln, weist darauf hin, dass man in diesen Tagen den Bodenlehrpfad auch ohne Führung anschauen kann. Auf dem ca. vier Kilometer langen Lehrpfad unterhalb des Albtraufs, in Beuren, kann man anhand der Infotafeln an den zehn Stationen etwas über die Entstehungsprozesse von fruchtbaren Böden sowie die einzelnen Bodenfunktionen kennenlernen. „Auch in unserem digitalisierten und globalisierten Alltag sind Böden zusammen mit der Atmosphäre, dem Wasser und der belebten Natur unersetzlich und bilden unsere Lebensgrundlage,“ erklärt der Experte.

Ist ein Boden einmal zerstört, kann er nicht mehr wiederhergestellt werden und benötigt daher, wie die menschliche Gesundheit oder ein gut funktionierendes Auto, die Pflege und Betreuung von gut ausgebildeten Fachkräften. Niemand möchte, dass degradierte Böden bei Starkregen abgeschwemmt werden und in Privatgärten, auf Hauptverkehrsstraßen oder in Kellerräume gelangen oder durch eine stark reduzierte Versickerungsfähigkeit die Entstehung von Hochwässern begünstigt wird.
 
Böden sind in der Lage, ein gewisses Maß an Schadstoffen zu filtern und im Fall von organischen Schadstoffen und Pestiziden, diese Schadstoffe sogar abzubauen. So kann versickerndes Regenwasser gereinigt werden und im Untergrund zu sauberem Grund- und Trinkwasser werden. Ein Teil des Wassers und der Pflanzennährstoffe wird von Böden zurückgehalten und gespeichert. So können Pflanzen einen gewissen Zeitraum ohne Bewässerung oder Düngung auskommen und sich aus dem Bodenhaushalt bedienen.
 
Böden erbringen diese lebensnotwendigen Leistungen unauffällig und diskret im Untergrund. Gerade in Zeiten von Klimawandel, Versorgungsengpässen bei Obst und Gemüse, fortschreitender Flächenversiegelung, Artensterben und einer ständig zunehmenden Zahl an Umweltschadstoffen, ist es umso wichtiger, dass Böden mit ihren lebensnotwendigen Funktionen erhalten und geschützt werden.
 
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