Bergahorn-Samenernte in luftiger Höhe

Forstliches Saatgut unterliegt strengen Kontrollen - große Bedeutung für klimastabile Zukunftswälder

Elke Rimmele-Mohl, Kreisforstamt)

Baumkletterer Gerhard Strasser schüttelt die Samen aus luftiger Höhe herunter. Ohne absteigen zu müssen, schwingt er am Seil zur nächsten Baumkrone.

Eine ungewöhnliche Ernte hat jetzt im ForstBW-Forstrevier „Sauhag“ in der Nähe von Kirchheim-Lindorf stattgefunden. Aus luftiger Höhe wurden 204 Kilogramm Ahornsamen gewonnen. Diese dienen als wertvolles Vermehrungsgut für die Anzucht von Forstpflanzen. Das Kreisforstamt Esslingen hat die Ernte im Staatswald überwacht, denn die Gewinnung von Forstsaatgut unterliegt einer strengen gesetzlichen Kontrolle.

Vollkommene Windstille und trockene Witterung sind die wichtigsten Voraussetzung für die Ernte der Samen des Bergahorns. Baumkletterer Gerhard Strasser und seine drei Mitarbeiter wenden eine spezielle Technik an, um die kleinen Propellerchen einzufangen: Während zwei Baumkletterer hoch oben in der Baumkrone die Samen herunterschütteln, versuchen die Kollegen am Boden die federleichten Ahornsamen einzufangen, was trotz gefühlter Windstille zur Herausforderung werden kann. Agil wie Eichhörnchen bewegen sich die Baumkletterer durch die Baumkronen und wechseln von Baum zu Baum in luftiger Höhe durch Schwingen am Seil, ohne auf den Boden herunter zu kommen.

Die Samenernte im Waldgebiet „Sauhag“ fand im Auftrag des baden-württembergischen Saatgutbetriebes, kurz Staatsklenge Nagold, statt. Dort wird der Samen aufbereitet und anschließend weiterverkauft.
 
Da ein Waldbaum meist älter als 100 Jahre wird, ist es außerordentlich wichtig, das richtige Vermehrungsgut zu verwenden. „Am Samen ist die Herkunft aber nicht ohne weiteres erkennbar, man sieht ihm nicht an, ob er aus einem Hausgarten, einem Park, von Wäldern aus regenreichen Hochlagen oder trockenen Tieflagen stammt. Diese Information ist aber entscheidend um zu beurteilen, ob ein Saatgut für einen bestimmten Standort geeignet ist“, erläutert der zuständige Revierleiter Hartmut Scheuter.

Deshalb gilt es bei der Ernte von forstlichen Samen umfangreiche gesetzliche Regeln einzuhalten, die vom Kreisforstamt überprüft und dokumentiert werden. So wurden die Ahornsamen unter der Aufsicht von Förster Jürgen Winter vom Kreisforstamt gewogen, mit einem Zertifikat versehen und sogenannte Rückstellproben gewonnen und verplombt. Die Herkunft der Forstpflanzen kann so durch Genanalysen in jedem Stadium überprüft werden. „Die Verwendung von Pflanzen mit geeigneter und gesicherter Herkunft ist von herausragender Bedeutung für die künftige ökologische Stabilität von Wäldern“, lautet die Überzeugung von Jürgen Winter: „Dieses Thema gewinnt mit Blick auf den Klimawandel noch größere Bedeutung.“

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Andrea Wangner

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