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Handy-Fasten beim Schülermultiplikatorenseminar zur Suchtprävention - ein Erlebnisbericht

Vierzehn Schülerinnen und Schüler der achten Klassenstufe aus Schulen im Landkreis waren freiwillige Teilnehmer*innen beim dreitägigen Schülermultiplikatorenseminar im Februar 2019 in Kleinbettlingen. Der Umgang mit Suchtmittel und das Thema Suchtprävention standen im Fokus. An einem der drei Tage wurde das Experiment einer handyfreien Zeit von 10 Uhr morgens bis 18 Uhr abends auf freiwilliger Basis gestartet.
Als Motivationshilfe wurde den Schülerinnen und Schülern eine kleine Überraschung versprochen, falls sie die Zeit ohne Handy durchhalten sollten. Motiviert stimmten bereits nach wenigen Augenblicken die ersten Schülerinnen und Schüler zu. Sie streckten den begleitenden Betreuern ihre Handys freimütig entgegen. Neun Handys von insgesamt 14 Teilnehmenden fanden den Weg in die Aufbewahrungsbox, in der sie acht Stunden Auszeit verbringen durften.
Zu Beginn war die Stimmung noch recht aufgewühlt und das Gefühl, kein Handy mehr griffbereit zu haben, verunsicherte die Jugendlichen. Doch schon nach kurzer Zeit war der Gedanke an das Handy verflogen und ein aktives Mitarbeiten und Erarbeiten des vorbereiteten Materials stand im Mittelpunkt.

Allerdings kamen in der Mittagspause doch zwei Jugendliche und wollten aus dem Experiment aussteigen, das Verlangen nach dem Handy war schlussendlich zu groß für die beiden. Jedoch hatten auch sie es geschafft, ihre „kleinen elektronischen Terrormaschinen“ für drei Stunden von sich fern zu halten.
Was nach dem Mittagessen dann bei den übrigen sieben Experimentteilnehmer*innen zu betrachten war, ließ die Betreuer sichtlich erstaunen: es wurden Kartentricks gezeigt, gespielt
oder einfach nur gemeinsam über Witze gelacht.
Das Bild am Vortag sah da doch noch ganz anders aus: ALLE Schülerinnen und Schüler des Seminars, ohne Ausnahme, hatten ihre Handys in der Hand und schwiegen sich an.
Beim Nachmittagsprogramm konnten sich dann alle Teilnehmenden bei Outdoor-Übungen auspowern und die Zeit ohne Handy ganz vergessen. Selbst nach Ablauf der acht Stunden kam keiner der am Experiment Beteiligten auf die Betreuer zu, um das Handy einzufordern - im Gegenteil. Die Jugendlichen waren bereits nach dem Abendessen gemeinsam wieder in Gespräche und Spiele vertieft. 
Zur Belohnung gab es für alle, die durchgehalten hatten ein leckeres Eis!
Dieses kleine Experiment hat unerwartete Veränderungen im Verhalten der Jugendlichen untereinander gezeigt.
Gemeinsames Spielen und Miteinander Reden wurde bereits nach wenigen Augenblicken ohne das Handy aufgenommen und über die Experimentzeit hinweg mit Vorliebe weitergeführt.

Weitere Informationen:
Beauftragte für Suchtprophylaxe/ Kommunale Suchtbeauftragte
Christiane Heinze/Verena Weiss
Suchtprophylaxe@LRA-es.de; Telefon: 0711-3902-41578