650 Kräfte im Großeinsatz: Am Samstag wurde im Albvorlandtunnel der Ernstfall geprobt

Übungsleiter und Feuerwehrkommandant Jürgen Holder erläutert den Gästen der Übung die Einsatzaufgabe. Foto: Landratsamt Esslingen, Andrea Wangner

Bei einem Großeinsatz haben insgesamt 650 Kräfte am vergangenen Samstag den Ernstfall im Albvorlandtunnel geübt. Es galt, einen im Tunnel liegen gebliebenen ICE zu evakuieren. Vermeintlich Verletzte mussten geborgen und aus dem Tunnel gerettet werden – für die Rettungskräfte „eine Herausforderung, die sie gut gemeistert haben“, sagte Kreisbrandmeister Guido Kenner in einer ersten Manöverkritik.

Um kurz nach 10 Uhr ging bei der Integrierten Rettungsleitstelle in Esslingen der Notruf ein: Ein ICE aus Richtung Ulm war im Albvorlandtunnel in Fahrtrichtung Stuttgart etwa in der Mitte des acht Kilometer langen Tunnels liegen geblieben. Passagiere machten sich zu Fuß auf den Weg in Richtung Tunnelausgang, rund 30 Personen – für den Übungseinsatz eigens als Verletzte geschminkt - blieben im Zug zurück und mussten von der Feuerwehr gerettet, von den Rettungskräften versorgt und in umliegende Krankenhäuser gebracht werden – so war das Szenario aufgebaut, das Mitarbeitende des Amts für Katastrophenschutz und Feuerlöschwesen im Esslinger Landratsamt in Zusammenarbeit mit Feuerwehren und Rettungsdiensten bis ins kleinste Detail ausgetüftelt hatten.

Rund zehn Monate haben die Planungen gedauert, bevor am vergangenen Samstag die größte Einsatzübung der vergangenen Jahre über die Bühne ging. So genannte Portalfeuerwehren, die umliegenden Wehren nahe des West- und Ostportals rückten aus. Rettungskräfte wurden alarmiert. Mittendrin war Kreisbrandmeister Guido Kenner, der seit Sommer dieses Jahres die Fäden bei der Feuerwehr und im Amt für Katastrophenschutz in der Hand hält. Der Kreisbrandmeister selbst war in die Übungsplanung nicht mit eingebunden – er hatte bei der Großübung den Einsatz zu leiten.
 
Nach gut sechseinhalb Stunden im Einsatz zog der Kreisbrandmeister bei der Manöverkritik im Kirchheimer Feuerwehrhaus erste Schlüsse: „Die Technik im Tunnel hat problemlos funktioniert“, diesen Eindruck hätten ihm die Rettungskräfte beim Einsatz vor Ort vermittelt. Und: „Wir haben die Übungsaufgabe gut gemeistert.“ Die Einsatzkräfte hatten auch ein Kleinkind – dargestellt als Puppe im Maxi-Cosi – in einem Zugabteil entdeckt und bergen können – das war das kniffligste Detail der gestellten Aufgabe.

Gleichwohl habe die Übung „die eine und die andere Baustelle aufgezeigt, an der wir noch arbeiten müssen“, sagte der Kreisbrandmeister. Zum Beispiel gelte es, die Wege der Einsatzfahrzeuge zu optimieren, damit im Ernstfall ein reibungsloser Abtransport Verletzter gelinge. Die Übung war – neben dem gemeinsamen Einsatz der verschiedenen Feuerwehren – auch dazu gedacht, die Kommunikationsstrukturen zu prüfen und die Standorte der jeweiligen Rettungseinheiten beim Einsatz im Tunnel abzustimmen.

Landrat Heinz Eininger, die Erste Landesbeamtin Marion Leuze-Mohr sowie die Oberbürgermeister und Bürgermeister der beteiligten Feuerwehren Kirchheim/Teck, Dettingen/Teck, Wendlingen, Köngen, Oberboihingen, Unterensingen, Weilheim/Teck, Nürtingen, Filderstadt und Wernau waren vor Ort, um sich einen Eindruck von der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren und der Rettungskräfte vom DRK-Rettungsdienst, dem Malteser Hilfsdienst Bezirk Neckar-Alb, den DRK-Kreisverbänden Esslingen und Nürtingen-Kirchheim/Teck und dem Technischen Hilfswerk zu verschaffen. „Das sind schon ganz neue Herausforderungen, die auf unsere Feuerwehren mit einem Einsatz in diesem Tunnel zukommen“, sagte der Landrat. Er dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz, bei der Rettungsübung im Albvorlandtunnel im Speziellen sowie für ihr ehrenamtliches Engagement im Allgemeinen. „Aus Sicht der Bürgermeister ist nochmal klargeworden, welche Leistungen die Wehren hier bringen müssen“, sagte Bürgermeister Florian Schepp.

Die Übung im Albvorlandtunnel war die erste von insgesamt vier Einsatzübungen, die in den Tunneln auf der Schnellbahnstrecke zwischen Ulm und Wendlingen vor der Inbetriebnahme im Dezember dieses Jahres vorgesehen sind.

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