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Aktion "Gelbes Band"

Landkreises Esslingen erhält Bundespreis "Zu gut für die Tonne"

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, gestern, am Donnerstag, 28.05.2020, in einer digitalen Preisverleihung den Landkreis Esslingen für das Projekt „Gelbes Band“ mit dem Bundespreis „Zu gut für die Tonne!“ in der Kategorie Landwirtschaft und Produktion ausgezeichnet.

Die Preisverleihung wurde gebannt von den Mitarbeitern der Obst- und Gartenbauberatung via Instagram und Twitter auf Smartphones verfolgt.
 
Erste Landesbeamtin Dr. Marion Leuze-Mohr: „Das war ein toller Tag für unser Projekt, aber auch eine Wertschätzung für die gesamten Bemühungen der Landkreisverwaltung, sich für die Umweltbelange einzusetzen. Ich freue mich riesig für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in diesen Bereichen unterwegs sind.“
 
In ihrer Laudatio sagte die Bundesernährungsministerin: „Das Projekt „Gelbes Band“ zeigt uns, wie Landkreise und Kommunen mit einer ebenso simplen wie genialen Idee Lebensmittel retten können.“
Insgesamt seien es tolle, innovative Projekte, die wir auch dieses Jahr wieder auszeichnen. Sie sind Vorbilder, schaffen Bewusstsein. Noch genießbare Lebensmittel nicht wegzuwerfen, sei für sie eine ökonomische, ökologische, aber auch ethische Verpflichtung, so Klöckner weiter.
 
Insgesamt wurden 131 Ideen für den „Zu gut für die Tonne! – Bundespreis“ eingereicht. Daraus hat die Jury unter Vorsitz von Bärbel Dieckmann, ehem. Präsidentin der Welthungerhilfe e.V., 14 Projekte als Finalisten ausgewählt. Der Preis wurde in den Kategorien Produktion und Landwirtschaft, Handel, Gastronomie, Gesellschaft und Bildung sowie die Digitalisierung verliehen.
 
„Ich war sehr stolz auf die Nominierung zum Bundespreis. Nun freue ich mich umso mehr, dass unsere Idee mit diesem Preis gewürdigt wurde. Ich halte das Projekt für eine gute Sache die in höchstem Maße für Nachhaltigkeit steht. Wir sind gerne Vorbild und hoffen, dass das Projekt von vielen nachgeahmt wird“, so die Erste Landesbeamtin.
 
Das Projekt „Gelbes Band“ motiviert die Bewirtschafter der Streuobstwiesen im größten Streuobstgebiet Europas, welche die Bäume nicht selbst abernten möchten oder können, ihre Bäume mit einem gelben Band zu versehen um sie damit zum Abernten für Jede und Jeden freizugeben. Gelbe Bänder zur Kennzeichnung eines Baums gibt es im örtlichen Rathaus oder Bürgerbüro. So wird versucht Obst, welches auf oder unter den Bäumen verfaulen würde, einer Verwertung zuzuführen und somit die Verschwendung ganz am Anfang der Lebensmittelkette zu reduzieren. Schon jetzt können die Bänder wieder bei den 37 teilnehmenden Städten und Gemeinden zur anstehenden Kirschenernte abgeholt werden.
 
Der Kreis Esslingen ist der erste Landkreis, der ein solches Projekt kreisweit in Zusammenarbeit mit den einzelnen Städten und Gemeinden verstetigt. Das Projekt soll dabei mit aufklärender Pressearbeit auch auf die Themen Streuobstwiesenpflege und Bewirtschaftung aufmerksam machen.
 
Dr. Leuze-Mohr: „Unser Streuobst ist ein wichtiger Baustein eines klimafreundlichen Lebensstils. Gerade in der heutigen Zeit entdecken wir diesen Lebensstil wieder. Das Projekt kann dabei nicht nur einen großen Anteil zur Verringerung der Verschwendung von Lebensmitteln beitragen, es kann auch aktiv Transportwege verkürzen und damit zur Reduzierung des Ausstoßes klimaschädlicher Gase beitragen. Wir hoffen, dass unser Projekt Anregung gibt, Dinge auch mal „neu“ zu denken, ohne dabei das „Alte“ zu vernachlässigen.“
 
Die Verleihung ist online abrufbar unter
https://youtu.be/QC8YQqH5JYU