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Teilweise Entwarnung - keine weitere Ausbreitung der Krebspest

Landkreis verlängert Verbot zum Schutz wertvoller, heimischer Krebsbestände im Trinkbach

Im Trinkbach auf Höhe des Kirchheimer Teilortes Jesingen wurde im September 2019 der Ausbruch der Krebspest festgestellt. Bei der Krebspest, einem Eipilz, handelt es sich um eine Tierseuche aus Nordamerika, die für die drei heimischen selten gewordenen Flusskrebsarten Edelkrebs, Dohlenkrebs und Steinkrebs tödlich verläuft. Eine Gefahr für Menschen und andere Tiere besteht aber nicht.

Um eine Verschleppung der Krebspest zu vermeiden und die noch vorhandenen Bestände der heimischen Edel- und Steinkrebse vor einer Infektion zu schützen, wurden im September umfangreiche Schutzmaßnahmen beschlossen. Über eine Allgemeinverfügung wurde der wasserrechtliche Gemeingebrauch im Einzugsgebiet der Lindach und in Teilbereichen der Lauter eingeschränkt. Diese gilt bis 31.12.2019.

Die Schutzmaßnahmen waren erfolgreich. Eine Ausbreitung des Erregers aus dem Trinkbach in angrenzende Gewässer konnte in den letzten Monaten nicht festgestellt werden. Auch wurden in Lindach und Seebach in den letzten Wochen lebendige Steinkrebse nachgewiesen.

In Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Stuttgart muss die Einschränkung des wasserrechtlichen Gemeingebrauchs daher nur noch im betroffenen Abschnitt des Trinkbachs über den 31.12.2019 hinaus verlängert werden.
Betroffen ist der Trinkbach von der Mündung des Seebaches bis zur Mündung in die Lindach sowie die beiden Trinkbachzuflüsse Peterbach und NN-EY8 (siehe Karte auf der Homepage des Landkreises Esslingen).
Folgende Aktivitäten sind an den Gewässern dadurch grundsätzlich verboten:
Betreten der oberirdischen Gewässer
Einbringen von Stoffen zum Zwecke der Fischerei
Baden
Tränken von Vieh
Schöpfen von Wasser mit Handgefäßen
Fahren mit kleinen Fahrzeugen ohne eigene Triebkraft (z. B. Kajaks und Kanadier)
Entnehmen von Wasser im Rahmen des Gemeingebrauchs
Insbesondere sind Hunde und auch andere Tiere durch ihre Besitzer zwingend davon abzuhalten, die Gewässer zu betreten.
Die detaillierte Allgemeinverfügung ist auf der Internetseite des Landratsamtes Esslingen in der Rubrik „Öffentliche Bekanntmachungen“ veröffentlicht. Die betroffenen oberirdischen Gewässer sind in der Allgemeinverfügung genannt und in einer Karte dargestellt. Die Verfügung gilt vorerst bis zum 30.06.2020.

Weitere Informationen
Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz, Dr. Beate Baier, Telefon 0711/3902-42490 oder E-Mail: Wasserwirtschaft@LRA-ES.de