Quartiersforscher erfolgreich im Landkreis unterwegs

Halbzeit im Sonderprogramm zur Gestaltung lokaler Altenhilfelandschaften

Auftaktveranstaltungen, Fragebogenaktionen, Quartiersbegehungen sowie Beteiligungsformate mit einer unerwartet hohen Anzahl interessierter Bürgerinnen und Bürger der beteiligten Kommunen – das und vieles mehr stand im letzten halben Jahr auf der Agenda der neun Kooperationskommunen im Projekt „Quartiersforscher – Gestaltung lokaler Altenhilfelandschaften“. Die neun Kooperationskommunen des Projekts sind Aichtal, Denkendorf, Erkenbrechtsweiler, Kohlberg, Köngen, Leinfelden-Echterdingen, Neckartailfingen, Neckartenzlingen und Wendlingen.

So begann man in Denkendorf mit dem Versand von Fragebögen an alle Haushalte der Bürgerinnen und Bürger über 60 Jahre. Die übergeordneten Fragen lauteten: Wie leben Sie? Wie möchten Sie in Zukunft leben? Wie können wir gemeinsam für ein gutes Älterwerden sorgen? Die Antworten kamen in Form von knapp 1.000 ausgefüllten Fragebögen zurück, das sind 33,4 Prozent der Befragten – ein valides Ergebnis.

Um über die Fragebogenaktion hinaus noch weitere Erkenntnisse zu den Bedarfen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort zu bekommen, wurden in Denkendorf, Erkenbrechtsweiler und Leinfelden-Echterdingen neben der Befragung auch noch Schlüsselpersonen aus der Gemeinde interviewt. Schlüsselpersonen sind Personen, die mit der Thematik besonders vertraut sind und einen guten Einblick in die Strukturen vor Ort haben. Das sind u.a. Seniorenräte, Hausärztinnen, Apotheker, Gemeinderätinnen, Busfahrerinnen und auch Kioskbesitzer.

Auch in Neckartenzlingen und Wendlingen fanden schriftliche Befragungen zum ehrenamtlichen Potential für eine sorgende Nachbarschaft statt.
Aus Wendlingen kann als Ergebnis festgehalten werden, dass sich 40 % der Befragten und bisher noch nicht ehrenamtlich Tätigen für ein Ehrenamt begeistern könnten, dass sind 640 Personen und darunter sogar 76 Personen über 80 Jahre.
Die Bürgerinnen und Bürger aus Köngen und Aichtal werden in den kommenden Wochen einen Fragebogen in ihrem Briefkasten finden und können ebenfalls durch eine Teilnahme ihren ganz persönlichen Beitrag zur Gestaltung von lokalen Altenhilfelandschaften im Landkreis leisten. 
Erst Anfang Februar 2020 kamen im Treffpunkt Stadtmitte der Stadt Wendlingen über 130 Interessierte zusammen, um sich über die Ergebnisse der Befragung in Wendlingen zu informieren.

Quartiersforschung stößt auf großes Interesse
Die Sozialdezernentin des Landkreises Esslingen, Katharina Kiewel ist hocherfreut, „dass das zum 1. Juni 2019 vom Ministerium für Soziales und Integration geförderte Projekt bereits zur Halbzeit beachtliche Erfolge aufweisen kann und auf ein großes Interesse in der Bevölkerung trifft. Hier zeigt sich, dass der Landkreis ein enormes Potential hat. Die beteiligten Kommunen profitieren insgesamt von diesem Sonderprogramm und stärken damit ihre kommunale Gemeinschaft“.

Rund 80 Bürgerinnen und Bürger trafen sich vergangenen Herbst in Leinfelden-Echterdingen um ihre Wohn-Quartiere zu begehen. Im Fokus standen dabei neben der Barrierefreiheit und Sicherheit auch die Analyse von eher gemiedenen Orten und Wohlfühlorten.
In Neckartailfingen finden diese Quartiersbegehungen im kommenden Monat statt.
 
Aber auch ganz andere Ideen können im Rahmen von Quartiersentwicklung umgesetzt werden. In Kohlberg soll beispielsweise im Mai ein Rollatoren-Training gemeinsam mit der Verkehrswacht stattfinden.
 
Zukunft des Projekts
Alle Kooperationskommunen sind in der Reihenfolge und Auswahl der angebotenen und bereits beschriebenen Maßnahmen flexibel. Befragungen, Interviews, Quartiersbegehungen, Quartiers-WerkStäd(t)ten und Aktivierungsworkshops – was gebraucht wird, entscheiden die beteiligten Akteure vor Ort.

Die Altenhilfeplanung und -fachberatung im Landratsamt koordiniert und begleitet fachlich alle neun Kommunen. Wissenschaftlich wird der Landkreis durch das Kuratorium Deutsche Altershilfe in Köln unterstützt. Für die Zeit nach Projektende im Juni 2020 gibt es schon Ideen, wie es für die Quartiersforscher im Landkreis weitergehen könnte. Eine mögliche Idee für eine weitere Bewerbung um Fördergelder könnte dabei die Unterstützung der Kommunen bei der Formulierung von individuellen Zielen für einen kommunalen Altenhilfeplan sein. Auch in der Gewinnung von neuen Kooperationskommunen sieht der Landkreis eine große Chance, für eine nachhaltige, landkreisweite Gestaltung lokaler Altenhilfelandschaften. Eine entsprechende Abfrage zur Interessenbekundung findet aktuell bei allen 44 Städten und Gemeinden des Landkreises Esslingen statt.
 
Franziska Hezinger, Altenhilfeplanerin des Landkreises Esslingen und ihre Mitarbeiterinnen Jasmin Gutmann und Jana Appel freuen sich schon über die bislang erzielten tollen Erfolge: „Oft sind es die Veranstaltungen selbst, bei denen Quartiersentwicklung ganz lebensnah zu beobachten ist. Wenn sich zum Beispiel zwei ältere Bürgerinnen an einer Pinnwand über das fehlende Angebot eines Lauftreffs unterhalten und dann direkt die Initiative ergreifen um die Sache selbst in die Hand zu nehmen“, erläutert Franziska Hezinger.

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Peter Keck

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