Krebspest am Trinkbach breitet sich aus

Landkreis muss Verbot zum Schutz wertvoller, heimischer Krebsbestände im Trinkbach verlängern

Im Trinkbach auf Höhe des Kirchheimer Teilortes Jesingen wurde erstmals im September 2019 der Ausbruch der Krebspest festgestellt. Bei der Krebspest, einem Eipilz, handelt es sich um eine eingeschleppte Tierseuche aus Nordamerika, die für die drei heimischen, selten gewordenen Flusskrebsarten Edelkrebs, Dohlenkrebs und Steinkrebs tödlich verläuft. Für Menschen und andere Tiere stellt die Krebspest keine Gefahr dar.

Um eine Verschleppung der Krebspest zu vermeiden und die noch vorhandenen Bestände der heimischen Edel- und Steinkrebse vor einer Infektion zu schützen, wurden seither umfangreiche Schutzmaßnahmen umgesetzt. Hierzu gehört eine Allgemeinverfügung, mit der der wasserrechtliche Gemeingebrauch bis 30.06.2020 eingeschränkt wird. Die Schutzmaßnahmen waren zunächst erfolgreich. Eine Ausbreitung des Erregers aus dem Trinkbach in angrenzende Gewässer konnte über einige Monate hinweg nicht festgestellt werden.

Allerdings flammte im Frühjahr dieses Jahres die Krebspest im unteren Trinkbach wieder auf. Die bei einer Kontrolle gefundenen infizierten und toten Krebse belegen, dass sich die Infektion im Gewässer weiter nach oben ausgebreitet hat. Ziel ist es nun, die Infektion wieder einzudämmen.
 
Einschränkungen am Trinkbach
In Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Stuttgart muss die Einschränkung des wasserrechtlichen Gemeingebrauchs daher im betroffenen Abschnitt des Trinkbachs nochmals bis 31.12.2020 verlängert werden.
 
Betroffen sind zum einen der Trinkbach von der Kreisgrenze bis zur Mündung in die Lindach sowie die Trinkbachzuflüsse Peterbach, NN-EY8, Traifelbach, Berbach, NN-UB8, Aubach und Zeller Bach. Des Weiteren betroffen sind der Seebach von der Kreisgrenze bis zur Mündung in den Trinkbach sowie die Seebachzuflüsse Gründenbach, NN-TR8, NN-NA8, NN-BF7 und Bruckenwiesengraben (siehe Karte (242,3 KB)).
 
Folgende Aktivitäten sind an den genannten Gewässerabschnitten dadurch grundsätzlich verboten:
Betreten der oberirdischen GewässerEinbringen von Stoffen zum Zwecke der FischereiBadenTränken von ViehSchöpfen von Wasser mit HandgefäßenFahren mit kleinen Fahrzeugen ohne eigene Triebkraft (z. B. Kajaks und Kanadier)Entnehmen von Wasser im Rahmen des Gemeingebrauchs

Insbesondere sind Hundebesitzer zwingend gehalten, ihre Hunde von den Gewässerabschnitten fernzuhalten. Hunde, wie auch andere Haustiere müssen zwingend davon abgehalten werden, die genannten Gewässerabschnitte zu betreten.
 
Die detaillierte Allgemeinverfügung ist veröffentlicht. Die betroffenen oberirdischen Gewässer sind in der Allgemeinverfügung genannt und in einer Karte (242,3 KB) dargestellt. Die Verfügung gilt vorerst bis zum 31.12.2020.
 
Weitere Informationen
Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz, Dr. Beate Baier, Telefon 0711 3902 42490 oder Wasserwirtschaft@LRA-ES.de

Pressesprecherin

Andrea Wangner

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