Landkreis nimmt am Projekt zur Stärkung der biologischen Vielfalt teil

FFH-Mähwiesen in Aichtal und Leinfelden-Echterdingen durch Mahdgutübertragung von Spenderflächen verbessert

(Foto: Esther Gerhards) Landwirt Friedemann Alber aus Aichtal sowie Thomas Knödler und Matthias Hertler von einem beauftragten Unternehmen (von links) bereiten die Empfängerwiese für die Mahdgutübertragung vor
(Foto: Esther Gerhards) Landwirt Friedemann Alber aus Aichtal sowie Thomas Knödler und Matthias Hertler von einem beauftragten Unternehmen (von links) bereiten die Empfängerwiese für die Mahdgutübertragung vor

Der Landkreis Esslingen nimmt am Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg teil. Die Untere Naturschutzbehörde kann mit dem unter dem Dach des Sonderprogramms laufenden Spenderflächenprojekt des Regierungspräsidiums Stuttgart für den Natur- und Artenschutz bedeutsame magere Flachland-Mähwiesen in den Auen von Aich und Reichbach der Stadtgebiete Aichtal und Leinfelden-Echterdingen verbessern.

Magere Flachland-Mähwiesen sind Lebensräume, die sich durch eine besonders hohe Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten auszeichnen und an der Farbenpracht ihres vielfältigen Blütenreichtums gut zu erkennen sind. Sie entstehen nach jahrzehntelanger extensiver Nutzung als Heuwiesen, werden ein bis zwei Mal jährlich gemäht und mit Stallmist gedüngt.

Ein vom Regierungspräsidium Stuttgart beauftragtes Expertenbüro hat die Wiesen in den Auen von Aich und Reichbach auf ihre Eignung für das Spenderflächenprojekt begutachtet. Das Grünland wurde über einen langen Zeitraum extensiv bewirtschaftet, die gewünschten Kräuter haben sich dennoch nicht angesiedelt. Zugleich haben die Experten kräuterreiche Spenderflächen im benachbarten Naturschutzgebiet „Musberger Eichberg“ sowie im Aichtal gefunden.

Die Spenderflächen werden für die Mahdgutübertragung gebraucht, ein Verfahren, mit dem Pflanzengesellschaften auf dem Grünland angesiedelt werden können. Das Prinzip ist einfach: Von artenreichen Wiesen, den sogenannten „Spenderflächen“, wird das Mahdgut als Mulchdecke auf die zu entwickelnden Flächen ausgebracht und die Samen der Pflanzen fallen während des Abtrocknens des Materials auf die Empfängerfläche. An die ausgewählten Spenderflächen werden höchste Ansprüche gestellt. Sie müssen artenreich bis sehr artenreich sein und viele typische Kräuter aufweisen. Giftpflanzen, wie die Herbstzeitlose, sollten fehlen. Zwischen der Spender- und der Empfängerfläche sollte immer nur ein kurzer Weg liegen, sodass die regionale genetische Identität der Arten erhalten bleibt und das natürliche Potential der Umgebung genutzt wird.

Die Mahdgutübertragung gemeinsam mit ortsansässigen Landwirten und einem vom Landkreis beauftragten Unternehmer ist auf Langfristigkeit ausgelegt, es können einige Jahre vergehen, bis sich die artenreichen Grünländer entwickeln. Die Landwirte leisten mit ihrem freiwilligen Engagement einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Grünlandpflanzen und gegen das Insektensterben, denn die meisten Wildbienen und Schmetterlinge sind auf blütenreiche Wiesen angewiesen.

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