Wenn der Verlust der Wohnung droht

Anlaufstelle für Mietschuldner hilft Betroffenen - Experten können Räumung verhindern

Bei Mietschulden ist schnelle Hilfe wichtig. Konnten Mietverhältnisse seit dem 1. April nicht gekündigt werden, wenn der Mieter trotz Fälligkeit die Miete nicht bezahlt hat und ein Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie bestand, so ist diese Frist seit dem 30. Juni ausgelaufen. Droht der Verlust der Wohnung, weil das Geld für die Miete fehlt, kann die Fachstelle für Mietschulden beim Kreissozialamt Esslingen helfen und teilweise auch Mietschulden zahlen. Aber der Zeitraum dafür ist knapp bemessen. Deshalb sollten sich Betroffene frühzeitig an die Fachstelle wenden und auf eingehende Post reagieren. Auch für Vermieter kann es günstiger sein, präventiv mit dem Kreissozialamt statt mit dem Gerichtsvollzieher zusammen zu arbeiten.

In der Fachstelle Mietschuldenübernahme kümmern sich vier Fachkräfte darum, Wohnraum zu erhalten und eine Zwangsräumung zu verhindern. Dafür wird möglichst frühzeitig mit den Mietschuldnern Kontakt aufgenommen. Nimmt der Mietschuldner das Angebot an, klären die Fachleute die Situation und nehmen Kontakt mit dem Vermieter sowie anderen Stellen wie dem Jobcenter, Rechtsanwälten, der Schuldnerberatung oder den Sozialen Diensten auf. Bereits vor der Pandemie gingen beim Kreissozialamt jährlich über 300 Meldungen der Amtsgerichte über Räumungsklagen wegen Zahlungsverzug und Anträge auf Mietschuldenübernahme ein.

Wichtig zu wissen: Mietschulden entstehen häufig, weil Ansprüche bei Behörden nicht geltend gemacht und beantragt wurden. Die rechtliche Situation ist komplex. Die Fachstelle prüft, ob die Mietschulden übernommen oder als Darlehen vorgestreckt werden können. Dafür müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen gegeben sein, zum Beispiel, dass dem Mieter der Verlust der Wohnung droht. Geklärt werden muss auch, ob die Miete für den Mieter künftig bezahlbar ist. Eine mehrfache Übernahme von Mietschulden ist nur unter besonderen Voraussetzungen möglich. Für Mieter und Vermieter ist es deshalb günstig, sich rechtzeitig beim Kreissozialamt oder der Wohnortkommune zu melden.

Auch wenn keine Übernahme von Mietschulden infrage kommt, kann das Kreissozialamt den Mietschuldnern aufzeigen, welche Möglichkeiten bestehen um einen Wohnraumverlust abzuwenden.
 
Informationen und Kontakt
Über die Homepage des Landkreises unter: https://www.landkreis-esslingen.de/soziales/sozialamt gibt es zwei Faltblätter: „Sie haben Mietschulden und brauchen Hilfe?“ und „Tipps zur Wohnungssuche“ sowie weitere Informationen über Ansprechpartner und Antragsformulare. Telefonisch kann man sich wenden an: Kreissozialamt Esslingen, Fachstelle für Mietschulden, Telefon 0711 3902-42654.

Pressesprecherin

Andrea Wangner

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