Umzug am laufenden Kilometer: das Kreisarchiv zieht nach Plochingen

Das Kreisarchiv Esslingen zieht derzeit an seinen neuen Standort in Plochingen um. An dem Verwaltungsstandort am Aussichtsturm ist nach einer Kernsanierung des Bestandsbaus im Gartengeschoss ein moderner Archivtrakt entstanden.

Im Archivmagazin Plochingen lagert bereits das älteste Dokument des Kreisarchivs, ein Pergament aus dem Jahr 1404. Landrat Heinz Eininger (links) und Kreisarchivar Manfred Waßner entziffern das Schriftstück zur Übergabe einer Mühle im Siebenmühlental. Foto: Andrea Wangner

„Der Auszug des Kreisarchivs aus dem Gebäude in den Pulverwiesen und auch der des Amts für Geoinformation und Vermessung aus der Röntgenstraße markiert den Startpunkt zu einem ausgeklügelten Umzugskonzept aus dem Bestandsgebäude am Standort Esslingen“, sagt Landrat Heinz Eininger bei einem Vor-Ort-Termin in den neuen Räumlichkeiten des Kreisarchivs. Bis im Frühjahr nächsten Jahres sollen alle Dezernate und Ämter aus dem alten Verwaltungsgebäude am Standort Esslingen ausgezogen sein und einen Platz im sanierten Bestandsgebäude, im Neubau in Plochingen oder vorübergehend in einer Interimsunterkunft gefunden haben. Dann wird das Gebäude abgerissen und nach neuesten Standards neu errichtet.

Im Kreisarchiv Esslingen werden bereits seit einer Woche Akten geschleppt, Kisten befüllt und Wagen gefahren. Beim Umzug des Kreisarchivs nach Plochingen gilt es, Großes zu bewegen. Rund 3,8 laufende Kilometer Archiv- und Bibliotheksgut - Urkunden, Akten, Bücher, Karten, Pläne und Zeichnungen, aber auch Dias Mikrofilme und Fotografien sowie audiovisuelle und digitale Unterlagen - werden von Esslingen sowie aus einem Bunker in Beuren nach Plochingen transportiert. Das älteste Stück ist ein Dokument aus dem Jahr 1404.

„Wir haben hier optimale Bedingungen für das Archiv schaffen können“, sagt Kreisarchivar Manfred Waßner bei einem Rundgang durch die neuen Räume. Das Archivgut wird künftig in speziell umgebauten und ausgestatteten Räumen aufbewahrt. Die Archivmagazine haben kein Tageslicht, dafür eine konstante Temperatur von 18 Grad sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent – ideale Bedingungen für eine langfristige Aufbewahrung des Archivguts. Dabei benötigt jedes Format nicht nur einen geeigneten Platz zur Aufbewahrung, sondern es muss auch an vielen Stellen Platz für Zuwachs geben. Die höchsten Regale im künftigen Kreisarchiv sind mehr als drei Meter hoch. Im Vorfeld waren penible Planungen für die optimale Raumnutzung und Unterbringung des Archivguts notwendig.

Insgesamt drei Wochen soll der Umzug nun dauern, dabei wird Regal für Regal umgezogen. „Team Esslingen“ der insgesamt 18 Mitarbeitenden im Kreisarchiv packt die Archivalien ein, und „Team Plochingen“ setzt diese nach dem Transport ans Ziel sofort an den dafür vorgesehenen Platz. „So können wir verhindern, dass die Unikate an der falschen Stelle landen. Dann wären diese wahrscheinlich unauffindbar“, erklärt der Kreisarchivar.

Bis Anfang Oktober haben die Mitarbeiter Zeit, alle Stücke umzuziehen. Der Reguläre Archivbetrieb wird aller Voraussicht nach am 4. Oktober wieder aufgenommen. Der Kreisarchivar freut sich auf die Aufgabe in den neuen Räumen: „Wir können mit einem Seminarraum künftig auch größere Gruppen, zum Beispiel Schulklassen betreuen.“

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Andrea Wangner

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