Kontaktpersonennachverfolgung im Landkreis Esslingen

Das Gesundheitsamt im Landkreis Esslingen wird bei der Kontaktpersonennachverfolgung mittlerweile von 150 Personen unterstützt, darunter auch Einsatzkräfte der Bundeswehr. Mit den steigenden Corona-Infektionszahlen kommen die Mitarbeiter bei der Kontaktpersonennachverfolgung mitunter an ihre Grenzen.

Zur aktuellen Situation:
Im Landkreis Esslingen steigt die Zahl der auf das Coronavirus positiv getesteten Menschen weiter an. Die Inzidenz lag am Freitagvormittag bei 111,4. In den vergangenen Tagen wurden im Landkreis pro Tag bis zu 200 Neuinfektionen gemeldet. „Wir beobachten weiterhin ein großteils diffuses Infektionsgeschehen“, berichtet der Gesundheitsdezernent Christian Baron. In den vergangenen Tagen wurden zudem Ausbrüche in drei Alten- und Pflegeheimen im Kreisgebiet verzeichnet, in Beuren, Esslingen und Neckartenzlingen. In mehreren Pflegeheimen sind Einzelfälle zu verzeichnen. „Hier beobachten wir das Infektionsgeschehen mit Sorge.“ Hingegen flaue das Infektionsgeschehen in Flüchtlingsunterkünften und auch bei einem Frachtzentrum in Kreisgebiet allmählich ab. Momentan sind rund 150 Infektionsfälle in Einrichtungen für Flüchtlinge und in Einrichtungen zur Betreuung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen verzeichnet. In Kindertageseinrichtungen und Schulen sind momentan knapp 100 Corona-infizierte Personen registriert.

Zur Kontaktpersonennachverfolgung:
Nach der Meldung einer positiv getesteten Person nehmen so genannte Fallermittler Kontakt auf und befragen die positiv getestete Person. Sie beraten und informieren, stellen Kontaktpersonen fest und kategorisieren diese. Dann nehmen die Mitarbeiter in der Kontaktpersonennachverfolgung ihre Arbeit auf. Sie befragen Kontaktpersonen zur Art des Kontaktes und stellen auch Quarantäne-Anordnungen aus. Das Gesundheitsamt im Landkreis Esslingen arbeitet bei der Kontaktpersonennachverfolgung nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Weitere Informationen dazu unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Management.html
Mit den exponentiell steigenden Infektionszahlen steigt auch die Zahl der Kontaktpersonen an. „Wir stellen zudem fest, dass sich auch die Anzahl der Kontaktpersonen pro Infiziertem im Vergleich zur ersten Welle deutlich erhöht hat“, sagt Dr. Dominique Scheuermann, die Leiterin des Gesundheitsamts im Landratsamt Esslingen. Waren es bei der ersten Welle in der Zeit des Lockdowns im Durchschnitt zwei bis vier Kontaktpersonen pro Infiziertem, setzen sich die Mitarbeitenden im Kontaktpersonenmanagement des Gesundheitsamts nun pro infizierter Person mit 10 bis 30 Kontaktpersonen in Verbindung. Pro Tag werden so bis zu 600 Kontakte nachverfolgt. Jedes Telefonat mit einer Kontaktperson dauert etwa eine halbe Stunde. „Im Ergebnis können wir den größten Teil der Kontakte nachverfolgen – häufig mit Verzögerung. Wir stoßen mittlerweile aber an unsere Grenzen. Trotz der Masse an Kontakten dürfen wir aber die Qualität unserer Arbeit nicht herunterschrauben“, sagt die Leiterin des Gesundheitsamts. Die Unterbrechung der Infektketten hängt allerdings stark von der Kooperation und der Vollständigkeit der Angaben der Fälle und ihrer Kontaktpersonen ab.

Personelle Unterstützung:
Zur Unterstützung des Gesundheitsamts sind inzwischen insgesamt 150 Mitarbeiter im Einsatz. Mitte Oktober wurden beim Gesundheitsamt vier Kontaktpersonenmanager eingestellt, Anfang November werden noch weitere acht Kontaktpersonenmanager und vier Ermittler eingestellt. Im Kontaktpersonenmanagement arbeiten derzeit zudem 15 Kräfte der Bundeswehr, 66 Mitarbeitende aus der Kreisverwaltung - davon etwa 25 pro Tag - fünf Mitarbeiter eines externen Call-Centers sowie zeitweise 15 Mitarbeiter des Call-Centers der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen.
Das Landratsamt hat weitere befristete Arbeitsverhältnisse bis März 2021 ausgeschrieben, Anfang November finden Vorstellungsgespräche dazu statt. Es sollen voraussichtlich noch weitere zwölf bis 15 Arbeitskräfte in der Fallermittlung und in der Kontaktpersonennachverfolgung gewonnen werden.

Pressesprecherin

Andrea Wangner

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